Hass auf Israel, Antisemitismus … und eine Fotocollage

1000 tolle Selbstmord-Ideen

Diese Fotocollage hatte ich im alten Weltverschwörungsblog veröffentlicht, lange bevor in Berlin ein Rabbi vor den Augen seiner kleinen Tochter brutal zusammengeschlagen wurde:

Der jüdische Geistliche war am Dienstagabend vor den Augen seiner Tochter von vier jungen Männern im Berliner Stadtteil Schöneberg überfallen und antisemitisch beleidigt worden. Diese hatten ihn zunächst auf seine traditionelle jüdische Kopfbedeckung (Kippa) angesprochen und gefragt, ob er Jude sei. Dann versperrten sie dem Vater und seiner Tochter den Weg und verletzten ihn mit mehreren Schlägen am Kopf. Außerdem beleidigten sie ihn sowie seine Religion und drohten dem kleinen Mädchen mit dem Tod. Danach flüchteten die Täter. Der verletzte Rabbiner kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Nach Polizeiangaben handelt es bei den Tätern vermutlich um arabischstämmige Jugendliche. Quelle

Dass das Bekenntnis zum Judentum in Berlin nicht ungefährlich ist, ist nichts Neues. Ginge die Gefahr von sogenannten Bio-Deutschen  (oder gar deren schlimmsten Erscheinungsform, den Neonazis) aus, würde der Berliner Senat zweifellos umgehend und konsequent Maßnahmen ergreifen. Aber die Bedrohung geht im Wesentlichen von Türken und Arabern aus, und das kollidiert mit einem sorgsam gepflegten, linken Weltbild, weshalb man die Fakten ignoriert, sie höchstens analysiert … um dann irgendwann rein gar nichts zu unternehmen.

Passiv-ratloses Zusehen ist folglich die übliche Reaktion, wenn Migranten/Muslime hässliche Geisteshaltungen wie Antisemitismus und Hass auf Israel öffentlich und unverhohlen zur Schau stellen. Im Jahr 2009 wurde die Staatsmacht ausnahmsweise aktiv, allerdings zum Nachteil jener, die sich mit Israel solidarisieren. Ausgerechnet die deutsche Polizei war es, die ohne Gerichtsurteil in eine Duisburger Wohnung eindrang und zwei Israelfahnen entfernte:

[…]… zehntausend Menschen hatten sich am Samstag am Hauptbahnhof der Ruhrgebietsmetropole versammelt, um gegen Israels Vorgehen im Gaza-Streifen zu demonstrieren. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die islamistische Organisation Milli Görüs … […] An einem Eckhaus wurden die Demonstranten zweier israelischer Fahnen gewahr – eine hing vom Balkon, die zweite befand sich im Inneren der Wohnung, am Schlafzimmerfenster.

[…] Der Beamte riss die eine Israelfahne, die an P.s Balkon befestigt war, ab. Kurze Zeit später sah P., wie in seinem eigenen Wohnzimmerfenster ein Beamter die innen angebrachte Fahne abmachte. Die Aktion der Polizei löste bei den Demonstranten Jubel aus. Quelle

Die Gewerkschaft der Polizei erklärte später, das Verhalten der Polizisten sei gerechtfertigt gewesen; schlimmere Ausschreitungen der Demonstranten seien damit verhindert worden. Auch ein rechtliches Gutachten untermauerte diese Auffassung.

Was aber wäre gewesen, wenn nicht Milli Görüs die Demo veranstaltet hätte, sondern die NPD? Hätte die Polizei dem Gebrüll von Skinheads ebenfalls nachgegeben? Man stelle sich die Berichterstattung in den Medien vor: Deutsche Polizisten, von Neonazis dazu animiert, Türen einzutreten, Wohnungen zu stürmen und Davidssterne von Fenstern zu reißen!

Naz-Deppen

Können auch sie das polizeiliche Abreißen von Israelfahnen einfordern?

„Israelkritik“ ist hierzulande zum Volkssport geworden, ein trauriger Auswuchs kollektiver Dummheit. Aber die Polizei als williger Erfüllungsgehilfe der rechtsextremen NPD, das wäre dann doch zu viel gewesen, so etwas hätte hohe Wellen geschlagen und einige Rücktritte nach sich gezogen.

Auch purer Antisemitismus wird gesamtgesellschaftlich keinesfalls akzeptiert – aber eben nur (hier wirkt ein seltsamer, rassistischer Filter!) wenn die Antisemiten unter besagten Bio-Deutschen zu finden sind. Solange türkisch- und arabischstämmige Menschen nicht ebenfalls in die Pflicht genommen werden, können Israelhass & Antisemitismus in Neukölln (und anderswo) munter weiterwuchern. Und solange wird obige Fotocollage auch auf einen realistischen Hintergrund beruhen.

Externe Links zum Thema:

Kippa als Risiko – Juden sagen, es ist gefährlich, Glaubenssymbole in der Stadt offen zu zeigen

„Jude“ ist wieder ein Schimpfwort an Berliner Schulen

Mit der Kippa durch Berlin (März, 2007)

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Veröffentlicht am 7. November 2012 in Medienmanipulation, Naher Osten, Videoclips und mit , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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