Probiotischer Joghurt besteht aus Scheiße

Kackyoghurt

Lieber ein Häufchen auf dem Kopf als im Magen!

Das Wort „Joghurt“ ist einer der wenigen türkischen Begriffe, die Einzug in den deutschen Wortschatz gefunden haben (abgesehen natürlich von „Isch fick Dein Mutter“ und „Isch mach Disch Messer”). Kein Wunder, Joghurt ist gesund und macht keinesfalls dick und rund – jedenfalls, wenn nicht gezuckert und in Übermaß genossen.

Trotzdem war den profitgierigen Kapitalisten, welche die westliche Hemisphäre beherrschen, der normale, altbekannte Joghurt nicht joghurtig genug, weshalb man den „probiotischen“ Joghurt erfand, der völlig nutz- und wirkungslos ist, was somit eine Verschwörung gegen den ernährungsbewussten End(darm)verbraucher darstellt.

Aus Jörg Blechs sehr lesenswertem Buch „Leben auf dem Menschen“, Rohwolt-Verlag:

Die positiven Effekte der Kleinstlebewesen beflügeln mittlerweile auch die Fantasie der Nahrungsmitteldesigner. Seit einigen Jahren gilt eine verbesserte Darmflora als Werbebotschaft. Die Optimierung sollen so genannte «probiotische» Nahrungsmittel bewirken (nach dem Griechischen pro bios: «für das Leben»). Das sind Joghurts und verwandte Sauermilchprodukte, die die altbewährten Joghurtbakterien Lactobacillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus enthalten. Sie verwandeln Milchzucker in bekömmliche Milchsäure. Dem so entstandenen Joghurt werden dann noch weitere Bakterienkulturen beigemengt: Lactobacillus acidophilus, L. casei, L. delbruecki, Bifidobacterium adolescentis, B. bifidum oder etwa B. longum heißen die treibenden Kräfte, die – glaubt man den Herstellern – in unserem Körper einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben.

Verbraucherschützer und Ernährungsexperten halten «Probiotika »eher für einen Marketing-Clou, mit dem ein uraltes und spottbilliges Lebensmittel namens Joghurt mit vollmundigen Versprechungen gewinnbringend vermarktet und verkauft wird.« Allein die Vielfalt der Wirkungen, die den Probiotika zugesprochen wird, lässt den Verdacht aufkommen, dass hier beim Verbraucher unrealistisch hohe Erwartungen an den gesundheitlichen Effekt geweckt werden sollen. Für keine der vermuteten Eigenschaften gibt es klare wissenschaftliche Evidenz», urteilt Michael Blaut, Professor für Mikrobiologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung im brandenburgischen Bergholz-Rehbrücke. Viele Aussagen beruhten auf Experimenten im Reagenzglas und damit auf einer künstlich herbeigeführten Situation, die mit dem Ökosystem Darm kaum zu vergleichen sei. So wollen Forscher der Food-Industrie nachgewiesen haben, ihre «probiotischen» Isolate verdrängten krank machende Enterokokken und Salmonellen. Unsere Darmkeime sind jedoch auch ohne den Verzehr von probiotischen Lebensmitteln sehr gut in der Lage, sich zu helfen. «Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob es überhaupt wünschenswert ist, die Darmflora eines gesunden Menschen durch externe Zufuhr von Laktobazillen zu modifizieren», sagt Michael Blaut. Allerdings bewirken die etwa 100 Millionen Industriebakterien aus einem Joghurtbecher ohnehin so gut wie nichts unter den vielen Billionen natürlichen Darmbakterien. Das wäre so, als kippte man ein Glas Wasser in ein volles 25-Meter-Schwimmbecken.

Zudem haben die alteingesessenen Milchsäurebakterien ihren Job in jedem Fall besser gelernt als die Stämme der Food-Designer. Die Lebensbedingungen in einem Menschen sind so individuell, dass in jedem eine speziell angepasste Flora entstanden ist. In ihr haben sich die residenten Laktobazillen bestens eingeführt und lassen sich nicht von der Konkurrenz aus der Industrie verdrängen.Das haben Untersuchungen an Probanden bewiesen. Kaum waren die «probiotischen» Keime verschluckt, durcheilten sie geschwind Magen und Darm und endeten im Stuhl. Kommen sie da nicht her? Die Probiotika-Hersteller vermeiden es, die köstliche Herkunft ihrer Kulturen preiszugeben und sprechen nebulös von Spezies aus dem «Gastrointestinaltrakt». Wenigstens ein Hersteller in Japan besaß die Größe mitzuteilen, woher die «probiotischen »Keime kommen, die wir alle essen sollen: aus den Windeln gesunder Babys.

Disposablediaper

Echt wahr! Von der Windel aus in es nur ein kleiner Umweg in den Mund! Keime aus Kinderkot werden in den probiotischen Joghurt gemischt. Guten Appetit.

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Veröffentlicht am 18. April 2013 in Wissenschaft und mit , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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