Weekend Sex: Peter privat und Ingrid intim

weekend_sex

Diese Zeitschrift spiegelt das Lebensgefühl einer ganzen Generation wieder!

Vor einigen Tagen diskutierte ich mit einigen anderen Studenten die Frage, ob es bereits in den 70er-Jahren Sexualität gegeben habe. Die Antwort – da waren wir uns alle einig! – lautet NEIN!

Allerdings existierten damals sogenannte „Pornohefte“. Diese Hefte enthielten frauenfeindliche Texte und Abbildungen, und jeder Mann, der das 18. Lebensjahr vollendet hatte, war gesetzlich verpflichtet, mindestens ein Exemplar davon zu besitzen und allabendlich, unter der Bettdecke, darin zu schmökern. Manche Männer lasen die Hefte auch während des Autofahrens, weshalb es in den 1970er-Jahren überdurchschnittlich viele Auffahrunfälle gab. Es wurden zudem bemerkenswert viele Männersocken verkauft.

Die Hefte, die der Epoche der Schmutz- und Drangzeit zugeordnet werden, hießen Weekend Sex, Happy Weekend, New Cunt, Color Climax sowie TV Hören und Sehen. Anfang der 80er-Jahre wurden die verschiedenen Magazine dann, auf Drängen von Alice Schwarzer und Rita Süssmut (und ungeachtet des Protestes der Sockenfabriken), vom Markt genommen.

Trotzdem soll diese Zeit sehr schön gewesen sein, eine Sternstunde der körperlichen Ertüchtigung. Damals gab es einen richtigen Kult um Pornohefte … Gedichte voller Esprit wurden ihnen gewidmet. Nachfolgend, exemplarisch, eines dieser Meisterwerke:

Weekend Sex Nr. 25 / 1972
(Peter privat, Ingrid intim)

Peter privat
Ingrid intim
Erst trinken se Sekt
und benehm sich korrekt

Doch jetzt macht sich Ingrid obenrum frei
und Peter ist gleich mit die Pfoten dabei
Dann kniet sich die Ingrid vor Petermann hin
und fasst mit die Finger in sein Hosenlatz rin

Jetzt kommt eine Großaufnahme
vom Munde einer jungen Dame
die ein rohes Fleischstück kaut
und dabei an die Decke schaut

Jetzt ham se sich auf die Couch geschmissen
und sich alle Klamotten vom Leib gerissen
die Art wie die beiden sich Freuden bereiten
wird deutlich geschildert auf mehreren Seiten

Über der Couch hängt der Wörthersee
auf einem Tisch daneben die Flasche mit Sekt
In einer Sprechblase stehen Wörter oh nee
Plötzlich gucken die beiden erschreckt

Denn auf einmal steht Sylvia in der Stube
Sie hat Peter erwischt beim Ehebetruge
In schauspielerisch nicht ausgereiften Gebärden
unterbreitet sie ihm ihre legitimen Beschwerden

Sie keift und zetert und blickt an die Decke
und macht offenbar auch Ingrid zur Schnecke
doch zwei Seiten später hat auch sie nichts mehr an
und das ganze fängt nochmal von vorne an

Zum Schluss kleckert Petermann überall rum
Die Damen nehmen ihm das nicht krumm
Sie nehm sich n Taschentuch wisch und weg
und 200 Mark in die Tasche gesteckt
das dreimal die Woche über 2 bis 3 Jahre
da kommt was zusammen gar keine Frage
und wenn sie genügend zurückgelegt haben
eröffnen sie dann einen Frauenbuchladen

Advertisements

Veröffentlicht am 10. Mai 2013 in Undefinierbar und mit , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kuriosen Kommentar schreiben:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: