Das peinliche Wortspiel eines FAZ-Redakteurs

Schnitt

Guter Schnitt oder dummer Shit?

Liebe Leser,

wissen Sie, worum es sich beim sogenannten Phrasendrang handelt? Selbiger ist eine pathologische Erscheinung, die den Zwangsstörungen zugerechnet wird.

Die Zwangsstörung (engl. „Obsessive Compulsive Disorder“ bzw. „OCD“) ist eine neuropsychiatrische Erkrankung und zählt zu den psychischen Störungen. Es besteht für den Betroffenen ein innerer Drang, bestimmte Dinge zu denken und/oder zu tun. Der Betroffene wehrt sich gegen das Auftreten der Zwänge; er erlebt sie als übertrieben und sinnlos, kann ihnen willentlich jedoch meist nichts entgegensetzen.

Der Phrasendrang ist hierbei eigentlich eine eher harmlose Variation, zumal der Leidensdruck für den Erkrankten eher geringfügig ist. Welcher Personenkreis neigt dazu, sich zu infizieren? Es handelt sich in erster Linie um deutsche Zeitungsredakteure, Fernsehjournalisten und um andere Medienmenschen. Eher selten sind Schriftsteller betroffen, äußerst häufig hingegen „Kabarettisten“.

Die Erkrankten nerven durch penetrant-peinliche Wortspiele, belästigen die Umwelt also literarisch und akustisch. Ein Beispiel:

Ein Betroffener, der Zeitungsredakteur ist, soll darüber berichten, dass die Eintrittspreise in Diskotheken demnächst deutlich steigen werden. Er schreibt daraufhin einen Artikel, den er jedoch nicht folgerichtig titelt:

Eintrittspreise in Diskotheken steigen ab Oktober

Sondern dergestalt:

Wer zukünftig das Tanzbein schwingen will, muss bald tiefer in die Tasche greifen

Dass der zweite Titel nicht aussagekräftiger ist und auch nicht lustig klingt, das wird dem erkrankten Redakteur nicht bewusst. Er titelt aus seinem Phrasendrang heraus, muss also zwanghaft derartigen Unsinn verzapfen.

Oft verwenden die Betroffenen auch befremdliche Assoziationen:

Alle Neune! Kegelbruder gewinnt im Lotto!

Tod von Haribo-Chef Hans Riegel: Der alte Mann und der Bär

Haartransplantation bei Christian Lindner: FDP legt deutlich zu

Mitunter scheint kein Wortspiel peinlich genug zu sein:

Tattoo Convention in London: Nadel verpflichtet

Ärger um Münchner SPD-Stadtrat: Schwein des Anstoßes

Drogen im Görlitzer Park in Berlin: Die Grashüter

Einen besonders schlimmen Schub erlitt jüngst ein Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der über den Anstieg der medizinisch induzierten Beschneidungen in Deutschland berichten sollte. Er titelte – aufgrund seiner eigenen Zwangserkrankung – kurz und knapp:

Beschneidungen in Deutschland – Guter Schnitt

Ich bin der Meinung, damit ist der Mann eindeutig zu weit gegangen. Er hat ein Recht auf kostenlose ärztliche Behandlung, mindestens aber auf 10mg Diazepam stündlich. Schließlich muss der arglose Leser, überhaupt die ganze Bundesrepublik Deutschland, vor solch einem Schmieranten geschützt werden.

Aber vielleicht ist der Typ gar nicht krank? Vielleicht hatte er sich an dem Tag lediglich eine Haschzigarette zu viel gegönnt? Dann müsste die die nächste Überschrift natürlich lauten:

FAZ-Journalist kiffte in der Redaktionsstube – Im Kopf nur Shit

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Veröffentlicht am 24. Oktober 2013 in Medienmanipulation und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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