Thyl Steinemann, der Braunbär aus den Bergen

Thyl Steinemann

Auch in der Schweiz gibt es noch Braunbären – beispielsweise Thyl Steinemann!

Bei Thyl Steinemann handelt es sich um einen braunesoterischen Verschwörungstheoretiker im Endstadium. Er ist das Opfer seiner eigenen Dummheit, zu Grunde gerichtet von verschwörungstheoretischen Wahnvorstellungen. Noch vor vier Jahren wohnte er, gemeinsam mit seiner Ehefrau Sylvia, in einem schönen Haus in Graubünden – wundervoll gelegen, mit Blick auf die Alpen. Jetzt ist er von Verwahrlosung bedroht.

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Steinemann wurde 1933 in der Schweiz geboren.

Einen an der Waffel hatte Steinemann wohl schon immer, aber was die Lebensumstände betrifft, so ging es mit ihm erst rapide bergab, nachdem seine Frau verstarb. Steinemann verlor durch ungeschicktes Agieren nicht nur sein Haus, sondern nahezu sämtliches Hab und Gut. Mittlerweile haust er in der winzigen Mansarde eines Altbaus. Alles wirkt spartanisch bis ärmlich. Geblieben ist ihm die monatliche Rentenzahlung des Schweizer Staates sowie eine Tastenfidel, auf der er an Bahnhöfen und anderen öffentlichen Orten spielt, um sich etwas dazuzuverdienen.

Der Wahn hat Steinemann weiterhin fest im Griff. Der hagere Rentner glaubt seit Jahren fest daran, dass er schon bald eine größere Erbschaft erhalten wird. Ein windiger afrikanischer Anwalt hat ihm diesen Floh ins Ohr gesetzt. Selbstverständlich soll Steinemann zunächst einen ordentlichen Betrag überweisen, um überhaupt an das Erbe zu kommen. Steinemanns Geschwister weigern sich indes, diese angeblichen Anwaltskosten vorzustrecken. Sie versuchten ihrem Bruder die Augen zu öffnen – es handle sich um „Betrug, um nichts anderes als Betrug“. Doch Steinemann ist und bleibt in jeder Hinsicht uneinsichtig.

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Schlecht gemachtes Fake: Deutsche „Reichsflugscheiben“ über den Schweizer Alpen.

Er glaubt an Chemtrails, bösartige HAARP-Strahlen, an Reichsflugscheiben, ans Channeln und anderen Unfug. Steinemann ist ein klassischer Antisemit. Auf seiner Homepage hat er die „Protokolle der Weisen von Zion“ veröffentlicht, und zwar mit dem lügenhaften Hinweis, dass es sich um authentische Texte handle. Zudem verlinkt Steinemann fleißig zu den Seiten der rechtsextremistischen deutschen Reichsbürgerbewegung.

Nicht minder abscheulich seine Rubrik „Antlitzkunde – Menschenkenntnis“, in der er die sogenannte Physiognomik auferstehen lässt. Selbige wurde von NS-Akademikern praktiziert, die glaubten, per Gesichtsanalyse einen jüdisch-stämmigen Reichsbürger von einem original Sauerkraut-Deutschen unterscheiden zu können.

Thyl Steinemann ist in die Fußstapfen dieser Scharlatane getreten. Er projiziert munter Charaktereigenschaften in jedes x-beliebige Gesicht. Eine persönliche Begegnung ist hierfür nicht notwendig, ein Foto aus dem Internet genügt. Steinemann kann sogar die Charaktereigenschaften einer Phantasiefigur wie die des Uncle Sam benennen, aufgrund der altbekannten Zeichnung:

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Uncle Sam ist böse!

Auch die angeblichen Charakterschwächen des ehemalige US-Präsident George W. Bush werden aufgezeigt. Nebenher erfährt der verblüffte Leser, dass Bush inzwischen durch einen strapazierfähigeren Klon ausgetauscht wurde.

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George W. Bush ist böse!

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Ariel Sharon ist (war) böse!

In Thyl Steinemanns Schubladenuniversum existieren auch gute Menschen. Wahrhaftige Lichtgestalten sogar! Dem – inzwischen dahingeschiedenen – Massenmörder Osama Bin Laden beispielsweise werden eine Reihe höchst positiver Eigenschaften angedichtet. Allerdings ging Steinemann bei seiner Analyse von der Fehlannahme aus, dass der Terroristenchef Afghane gewesen sei:

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Osama Bin Laden ist (war) lieb!

Garniert wird der kranke Schwachsinn dann mit Links zu Behauptungen wie „Hitlers Friedensbemühungen vor dem Russlandfeldzug“ oder der dummfrechen Lüge, Anne Frank (die von Steinemann als „Holocaust-Ikone“ verhöhnt wird) hätte das KZ überlebt.

Thyl Steinemann sollte mal einen Blick in den Spiegel werfen. Vielleicht wird ihm ja anhand der eigenen Gesichtszüge klar, dass er ein selten dummer und hasserfüllter Mensch ist. Ansonsten taugt der Heini noch als Warnung für seine Gesinnungsgenossen – nämlich in der Hinsicht, dass der heutzutage kursierende Verschwörungswahn auch zu einem beachtlichem sozialen Abstieg führen kann.

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Thyl Steinemanns peinliche Bettelei

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Veröffentlicht am 21. Januar 2014 in Außerirdisch, Chemtrails, HAARP & Co., Drittes Reich und mit , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Ach einer meiner Landsgenossen. Der wird eher im Grab sein als dass er nur einen Cent einer Erbschaft sieht.

    Der schreibt ja selber von „Nigeria connection“.

    Die Post ist unzuverlässig aber sein Anwalt, die armen Schützlinge( die sich über Thyl kaputtlachen würden wenn es sie denn gäbe) sind sicher gaaanz zuverlässig.

    Ob sich der „Anwalt“ Dr. Jacob Ayeebo nennt…oder doch eher Dr. Barr. Koffie Ayang?

    Scambaiters

    Ob ich den Thyl mal frage wie denn der Anwalt aus Ghana heisst?

    • Nun hat er also angeblich einen Teil des Geldes überwiesen, das der Ganoven-Anwalt für die erfundene Erbschaft verlangt. Mal sehen, was Steinemann demnächst vermeldet, wenn er im Gegenzug natürlich trotzdem keinen Rappen erhält. Vermutlich wird er dann behaupten, die Amis, die Juden oder Angela Merkel hätten seine Überweisung abgefangen, so dass sie nicht bei dem afrikanischen Advokaten angekommen ist. Na ja, Alter schützt vor völliger Verblödung nicht …

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