Der seltsame Tod des Jürgen Bartsch

Jürgen Bartsch

Sadistisch geprägter Gewalttäter und Mörder: Jürgen Bartsch

Jürgen Bartsch (1946 – 1976) ermordete zwischen März 1962 und Mai 1966 vier Jungen – vorher hatte er die Kinder sexuell missbraucht und auf bestialische Weise gefoltert (u.a. brannte er seinen gefesselten Opfern mithilfe von Kerzen die Augen aus). Die Bluttaten fanden in einem verlassenen Luftschutzbunker im Rheinland statt, alle Leichen wurden später zerstückelt aufgefunden. Erwischt wurde Bartsch, weil ein fünftes Opfer, ein vierzehnjähriger Junge, flüchten und die Polizei alarmieren konnte.

Im Dezember 1967 wurde Jürgen Bartsch zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt. Doch der in Deutschland grassierende Justizwahn (mit höchstmöglichem Verständnis auf jeden Täter zu blicken) griff wohl schon damals um sich. 1969 wurde der Fall neu verhandelt, mit Rolf Bossi als Verteidiger, und der Zuchthausaufenthalt wurde zur einer zehnjährigen Jugendstrafe abgemildert. Um nach Verbüßung der Strafe nicht in der Klapse zu landen, kam Bartsch auf die für ihn verhängnisvolle Idee, sich kastrieren zu lassen. Er glaubte, wenn er sich entmannen lässt, dann würde man ihn nicht mehr für gefährlich halten und auf freien Fuß setzen. Für Sexualstraftäter stellt ein solcher Eingriff allerdings nicht unbedingt ein Handicap dar, denn mithilfe von Medikamenten wie Proviron lässt sich der Sexualtrieb – inklusive Erektion – beim Mann leicht wiederherstellen.

Eine Kastration war schon 1976 kein großes Ding … ein Eingriff, den selbst Hunde, Katzen und Frettchen schadlos überstehen. Nur Jürgen Bartsch überstand den Eingriff nicht:

Dabei wurde das Narkosemittel Halothan durch Verwendung eines dafür nicht geeigneten Methoxyfluran-Verdampfers zehnfach überdosiert, wodurch es zu einem tödlichen Kreislaufzusammenbruch Bartschs kam. Jürgen Bartsch wurde in Essen ohne Angabe von Namen oder Lebensdaten erdbestattet. Wikipedia

Der seltsame Todesfall hat damals keinen gejuckt, er wurde von der Öffentlichkeit allenfalls als Beweis für eine höhere Gerechtigkeit gewertet. Mittlerweile ist Jürgen Bartsch so gut wie vergessen, seine Opfer nicht:

  • Klaus Jung, 8 Jahre
  • Peter Fuchs, 13 Jahre
  • Ulrich Kahlweiß, 12 Jahre
  • Manfred Graßmann, 11 Jahre
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Veröffentlicht am 10. Juni 2015 in Mord & Totschlag, Videoclips und mit , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Off topic!
    Hallo Pätus, heute habe ich eine besonders schöne Veschwörungstheorie für dich, die geht so: Rudolf Heß wurde im Spandauer Gefängnis ermordet, weil seine Entlassung kurz bevorstand und er danach automatisch Staatsoberhaupt geworden wäre. Wie das geht? Hier kommen die Reichsdeppen zum Zuge, denn bekanntermaßen ist das Deutsche Reich ja noch existent und das heutige Deutschland illegal. Und darum wäre Heß, als Überlebender der letzten legitimen Regierung, automatisch der neue Führer geworden, und auch die Weimarer Republik wäre wiederauferstanden, herrlich, oder?

  2. Hallo Pätus, ich glaube, Du bist, trotz Deiner bissigen Satire, ein gewissenhafter Ehrenmann. Deshalb: Beim Todesfall Bartsch ist zu beachten, dass der Anästhesist nicht nur Bartsch eigenmächtig umbrachte, sondern gleich die operativ nachfolgende Sozialpsychiatrie-Patientin ebenfalls. Der Anästhesist war ein skrupelloser Killer, kein heiliger Racheengel.

    • Hallo Dieter,
      ohne auf die seltsamen Umstände einzugehen, die zum Tode des Jürgen Bartsch führten: Bei obigen Beitrag handelt es um einen Artikel, der keineswegs zynisch oder satirisch angehaucht ist. Derartiges gibt es ja hier im Blog des Öfteren. Ich habe mich mit dem Fall Bartsch recht ausführlich beschäftigt, und meines Dafürhaltens wurde das Ableben dieses – zweifellos psychisch kranken – Kindermörders seinerzeit von der Allgemeinheit mit einer seltsamen Mischung aus Lethargie und Genugtuung quittiert. Das hielt ich für erwähnenswert, eine eigene Wertung findet sich in dem Text nicht. Aber falls es von Interesse ist: Ich selbst lehne die Todesstrafe vehement ab; auch und gerade, wenn sie in Form von Selbstjustiz erfolgt.
      Gruß
      Pätus

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