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Winfried Sobottka – Irrsinn lebenslänglich

Winfried_Sobottka

Winfried Sobottka, Betreiber des „Nationalsozialistischen Blogs“  sowie Urheber zahlreicher irrer Äußerungen und Mordphantasien, stand wieder einmal vor Gericht.

Der 54-jährige Winfried Sobottka musste sich nach eigenen Angaben am 08.02.2013 vor dem Amtsgericht Lünen verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte insgesamt 16 Anklagepunkte in 7 Klageschriften verfasst.

Das Gericht, unter dem Vorsitz von Richter Ulrich Oehrle, machte kurzen Prozess: Sobottka wurde am selben Tag unter Hinweis auf § 20 StGB freigesprochen!

Oehrle hat korrekt gehandelt, er konnte nicht anders urteilen:

§ 20

Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen

Ohne Schuld handelt, wer bei Begehung der Tat wegen einer krankhaften seelischen Störung, wegen einer tiefgreifenden Bewußtseinsstörung oder wegen Schwachsinns oder einer schweren anderen seelischen Abartigkeit unfähig ist, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln.

Was an diesem Fall verwundert, ist, dass es überhaupt zu einer Verhandlung kam, denn der Justiz ist seit 2010 definitiv bekannt, dass Sobottka unter schwerer seelischer Abartigkeit leidet. Damals verurteilte das Landgericht Dortmund den Mann aus Lünen-Brambauer dennoch zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten sowie zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit, obgleich Gerichtsgutachter Dr. Michael Lasar davor warnte, dass ein Strafprozess Sobottkas Wahnvorstellungen verstärken würde.

Bereits 2010 ging es um eine kaum überschaubare Anzahl von Straftaten, die Sobottka im Internet begangen hatte, und die zum Teil im Blog Winfried Sobottka – Einblicke in einen kranken Geist in (in Form von PDF-Dateien) dokumentiert sind: beispielsweise Aufruf zum Mord und zur Leichenschändung.

Sobottka_Mordaufruf

Winfried Sobottka verspürt intuitiv den Wunsch Frauen zu hauen!

Die Vorstrafe beeindruckte Sobottka nicht. Eine seiner abartigsten und gemeingefährlichsten Phantasien, im Falle eines Falles Kinder ermorden zu wollen, findet sich selbst heute noch unbeanstandet bei WordPress. Außerdem fuhr er unbeeindruckt damit fort, verschiedenen Personen nachzustellen:

Verleumdungsblog

Ein exemplarisches Sobottka-Hetzblog!

Es ist nahezu unmöglich, im deutschsprachigen Internet nicht über Winfried Sobottka zu stolpern. Er betreibt zahlreiche Homepages und Blogs, über welche er selbst längst den Überblick verloren hat. Finanziert wird dieses Treiben vom Staat, denn Sobottka geht seit vielen Jahren keiner Arbeit mehr nach und lebt von Harz IV.

Er hält sich für den Messias, fühlt sich auserkoren, per Internet sämtliche Probleme der Menschheit zu lösen. Die messianische Botschaft ist dabei so mickrig wie skurril:

Die Menschheit richte sich nach dem, was die gerechten und vernünftigen unter den Frauen am Ende des für alle offenen und freien Streites der Argumente wollen, im Kleinen, im Großen, in allem.

Ein weiterer Eckpunkt seiner Heilslehre ist die Sexualität, wobei er sich insbesondere auf den oral-genitalen Verkehr fixiert hat. Allein durch regelmäßig ausgeübten Cunnilingus ergäben sich glückliche Beziehungen sowie eine harmonische gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Hierzu gibt es eigene Termini: den „Saugrausch“ und das „Sexualschema“.

Sobottka, der einerseits den Wunsch verspürt, Frauen „eins drauf hauen“, hat andererseits das Verlangen, von ihnen dominiert zu werden. Letzteres stellte auch die Staatsanwaltschaft in Dortmund nach einer Haussuchung fest:

porno-Winfried

Manch einer hat genügend Zeit, um im Netz  unzählige bunte Fotos zu sammeln.

Während die Phantasien des alternden Mannes, der echtes sexuelles Erleben nur noch aus der Erinnerung kennt, eher verschroben-harmlos wirken, hinterlassen andere, von ihm im Internet getätigte Äußerungen mehr als einen üblen Nachgeschmack.

bekenntnis-nationalsozialismus

Ein echter und treuer Nationalsozialist …

Besonders anrüchig ist sein „Nationalsozialisches Blog„, auch wenn Sobottka stets beteuert, einen anderen Nationalsozialismus im Sinne zu haben als Adolf Hitler oder Heinrich Himmler. Hinsichtlich stets wiederkehrender antisemitischer Äußerungen wirkt eine solche Distanzierung jedoch unglaubwürdig:

Antisemit Sobottka

Antisemit  Winfried Sobottka

In Sobottkas Phantasie existiert eine ganze Legion, bestehend aus „Hackern“ und „Anarchisten“, die ihn unterstützt – diese Gruppierung würde sich angeblich „United Anarchists“ nennen. Die United Anarchists würden seine Internetveröffentlichungen pushen, indem sie die Suchmaschine Google manipulieren.

Mein Freund Harvey

Sobottka und sein einziger Freund Harvey

Wie er überhaupt auf den Namen „United Anarchists“ gekommen ist, dazu äußerte er sich bislang nicht. Der Höhepunkt seines Selbstbetruges sind die „Gespräche“, die er regelmäßig mit Sherlock Holmes führt.

Regelrecht festgefressen hat sich Winfried Sobottka am Fall des Philip Jaworowski, der im Jahr 2006 die 15-jährige Nadine Ostrowski brutal mit zahlreichen Messerstichen in Gesicht und Hals niedermetzelte und sie überdies mit einem Kabel drosselte. Es gibt Hinweise darauf, dass Jaworowski (damals 19 Jahre alt) von Anfang an vorhatte, seine Mitschülerin sexuell zu missbrauchen und anschließend zu töten. Er brachte nicht nur eine Taschenlampe mit zum Tatort, mit der er schließlich auf Nadine einschlug, sondern offenbar ebenfalls ein Telefonkabel, um das Mädchen nach der geplanten Vergewaltigung erdrosseln zu können.

PHILIPP-JAWOROWSKI

Der Mörder Philip Jaworowski  (zweiter von links) hat in Winfried Sobottka einen echten Fan gefunden!

Trotzdem nahm das Gericht Jaworowskis Schutzbehauptung für bare Münze: Der Mord sei eine spontane Tat gewesen, welche sich aufgrund einer Provokation (die Fünfzehnjährige hätte ihn geschlagen!) ereignet hätte. Der Täter kam mit einer Jugendstrafe von 10 Jahren Haft davon. Eventuell befindet er sich längst im offenen Strafvollzug … Spätestens im Jahr 2016 ist er wieder ein freier Mann.

Jaworowski konnte mit der milden Strafe zufrieden sein. Es wurden keine rechtlichen Mittel eingelegt, auch behauptete Jaworowski nach der Verurteilung niemals, er wäre unschuldig. Der einzige Mensch, der das behauptet, ist Winfried Sobottka. Typisch für ihn, dass er bis heute nie den Versuch unternahm, sich mit dem Täter in Verbindung zu setzen.

Sobottka hat sich in eine lächerliche Idee verrannt: Der deutsche Staat habe den Mord in Auftrag gegeben, und die ausführenden Täterinnen seien die Freundinnen des Mordopfers gewesen – die wären nämlich „Satanistinnen“. Mit dieser Märchengeschichte geht Sobottka seit sieben Jahren im Internet hausieren. Niemand will ihm glauben, sogar der Täter selbst hat über seinen Anwalt sein Bedauern über Sobottkas Aktivitäten und Falschverdächtigungen ausrichten lassen.

Sobottka schreibt in unzähligen Foren und Kommentarbereichen und verlinkt dort seine eigenen Seiten, was ihm längst den Titel „König der Spamschleudern“ einbrachte. Jeder, der ihn kritisiert, wird als „Stück Scheiße“, „SS-Satanist“ oder „Staatsschutz-Agent“ betitelt. Sobottka befindet sich in einem Kleinkrieg mit der ganzen Welt. Für die Bundesrepublik Deutschland, die ihm ein bequemes Leben ermöglicht (ganz ohne störende Job-Angebote), hat er den interessanten Begriff „satanischer Eimer Scheiße“ kreiert.

Gut ins Bild passt da natürlich, dass er – wie viele andere Verrückte auch – meint, vom Geheimdienst mit Mikrowellenstrahlen terrorisiert zu werden. Das gehe nun schon seit Jahren so, fabuliert er. Dass er keine ärztliche Untersuchung vorweisen kann, die auch nur im Entferntesten auf eine Strahlenschädigung hindeutet, stört ihn dabei nicht weiter.

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Dieses Bett hat sich Winfried Sobottka gebaut, um sich vor Mikrowellen-Strahlen zu schützen!

Richter Hackmann, der 2010 am Landgericht Dortmund den Strafprozess gegen Sobottka leitete, scheint eine gutmütig-pädagogische Ader zu haben. Der Jurist beabsichtigte offenbar, Sobottka davon zu überzeugen, dass Philip Jaworowski eben doch der Mörder der Nadine Ostrowski ist.  Hackmann ließ während der Verhandlung das gesamte Urteil aus dem Mordfall verlesen – und leider nicht nur das: Eine Kopie dieses Urteils erhielt Sobottkas damalige Pflichtverteidigerin Henriette Lyndian, und die wiederum hatte nichts Besseres zu tun, als Selbiges an ihren psychisch gestörten Mandanten weiterzureichen.

Sobottka, der bis dato nur Presseberichte über den Mordfall Nadine O. kannte, hielt plötzlich ein amtliches Dokument in Händen, und er steigerte sich noch tiefer in den Wahn hinein, Nadines Freundinnen hätten die Bluttat begangen. Dank Richter Hackmann und Rechtsanwältin Lyndian war er endlich an die Namen und Adressen dieser Freundinnen gekommen: die Daten befanden sich im Urteil.

Auf Facebook und anderen Seiten fand er Portraitfotos, die er dann zusammen mit der haltlosen Verleumdung, die Mädchen seien Mörderinnen und Satanistinnen auf seinen Seiten und Blogs veröffentlichte. Auch andere Personen, beispielsweise Polizisten und Gutachter, wurden nun von ihm namentlich als Mitverschwörer tituliert. Zulauf brachte Sobottka das nicht ein, aber allerlei Strafanzeigen. Diese führten u. a. zu dem eingangs erwähnten Verfahren vor dem Amtsgericht Lünen, welches mit einem Freispruch für Sobottka endete.

wahnfriedstrasse

Wahnfriedstrasse in Berlin-Reinickendorf

Er sei schwachsinnig und für seine Taten nicht verantwortlich zu machen; er könnte das Unrecht, welches er anrichtet, nicht einmal geistig erfassen. Von einer Einweisung in die geschlossene Psychiatrie wollte das Gericht allerdings nichts wissen, da es nicht davon ausgeht, dass von Sobottka erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten sind und er deshalb für die Allgemeinheit gefährlich ist.

Für seine Opfer ist das weder Trost noch Lösung. Sie können nun auf zivilem Rechtsweg versuchen, Sobottka zur Unterlassung zu zwingen. Hierbei ist wiederum fraglich, ob er aufgrund seiner geistigen Erkrankung überhaupt verhandlungsfähig ist. Geldstrafen können mangels Masse nicht durchgesetzt werden, und eine Inhaftierung kommt – aus bekanntem Grund – ebenfalls nicht in Betracht.

Winfried Sobottka kann ungestraft treiben, was er möchte. Narrenfreiheit pur. Irrsinn lebenslänglich.

Man könnte ihn lediglich unter Betreuung stellen, was aber schon einmal kläglich scheiterte, und zwar mit der originellen amtlichen Begründung, Sobottka sei mit einer Betreuung nicht einverstanden.

Falls man Winfried Sobottka im Internet trifft – und das ist fast unvermeidlich – so sollte man ihm möglichst aus dem Wege gehen … es sei denn, man möchte als „Stück Scheiße“, „SS-Satanist“ oder „Mädchenmörder“ bezeichnet werden.

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„Ich liebe doch alle Menschen!“ – (Erich Mielke und Winfried Sobottka)

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